Strukturierter Dialog?! – Zusammenleben mitgestalten

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Der Strukturierte Dialog zum Thema „Zusammenleben mitgestalten“ geht in die dritte und letzte Phase. In der Phase davor haben europaweit Jugendliche und Jugendgruppen ihre Meinungen, Vorschläge und Forderungen eingebracht. Daraus wurden auf einer EU-Jugendkonferenz 16 gemeinsame Empfehlungen erarbeitet. Nun geht es darum, ganz konkrete Umsetzungsvorschläge für diese Empfehlungen zu entwickeln. Dafür brauchen wir Eure Ideen!

Wenn Ihr jetzt viele Fragezeichen im Kopf habt, hier eine kurze Erklärung:

 

Was ist der Strukturierte Dialog?

Was erwarten junge Menschen von der Politik? Welche Meinungen und Ideen haben sie zu bestimmten Themen? Das wollen politisch Verantwortliche in der EU wissen, um die Vorschläge von Jugendlichen besser berücksichtigen zu können, wenn es darum geht (Jugend-)Politik auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten zu gestalten und umzusetzen. Um diese Fragen zu beantworten, haben sie den Strukturierten Dialog ins Leben gerufen. Er wird seit 2010 umgesetzt. Mehr Informationen könnt Ihr hier finden.

 

Wie funktioniert der Prozess?

In den 28 Ländern der EU leben rund 100 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Wie soll man da einen Dialog hinbekommen? Um die Mitwirkung effektiv gestalten zu können, ist ein koordiniertes Vorgehen besonders wichtig. Dafür wurde ein Rahmen erstellt: Für jeweils 18 Monate steht ein Thema im Mittelpunkt. Der Prozess ist in drei Phasen unterteilt, die aufeinander aufbauen: Orientieren – Beteiligen – Konkretisieren.

Wie beim Ping-Pong wechseln sich dabei Aktivitäten in den Mitgliedsländern und Aktivitäten auf der EU-Ebene ab.  Jede Phase wird durch eine EU-Jugendkonferenz abgeschlossen, bei der sich rund 200 Jugend- und Ministeriumsvertreter aus ganz Europa vier Tage lang austauschen.

Die drei Phasen zum Thema „Zusammenleben mitgestalten“

prozess

Orientieren

Die erste Phase diente dazu das Thema „Zusammenleben mitgestalten“ abzugrenzen und ein gemeinsames Verständnis zu schaffen: Was verstehen wir unter den Themen? Welche Unterthemen sind wichtig? Wo besteht besonderer Handlungsbedarf? An welcher Stelle soll die Politik aktiv werden? Dabei wurden Herausforderungen für ein vielfältiges, vernetztes und inklusives Europa formuliert.

Beteiligen

Ziel der zweiten Phase war es, in ganz Europa die Meinungen, Lösungsvorschläge und Forderungen von Jugendlichen zu den erarbeiteten Themen zusammenzutragen und zu diskutieren. In Deutschland fand die Sammlung über ein Onlinetool [Link: https://www.strukturierter-dialog.de/mitmachen/article/show/kid/26) statt. Das Ergebnis sind 16 Empfehlungen.

Konkretisieren

In der letzten Phase sollen konkrete Umsetzungsvorschläge gefunden und Beispiele aus der Praxis zusammengetragen werden. In Deutschland organisiert der Deutsche Bundesjugendring dazu unter anderem die Dialogveranstaltung „JuPiD 2016 – Jugend und Politik im Dialog“, bei der junge Menschen und Politiker*innen Umsetzungsvorschläge erarbeiten. Auf der abschließenden EU-Jugendkonferenz (März 2017) soll ein Werkzeugkasten für die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung entwickelt werden. Der Werkzeugkasten soll ihnen helfen, die Empfehlungen in konkrete Politik umzusetzen.

Die Ergebnisse werden zudem dem EU-Ministerrat übergeben. Dieser entwickelt ein offizielles Ratsdokument mit Empfehlungen für die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission. Danach liegt es in der Verantwortung der Mitgliedsländer die Vorschläge umzusetzen.

Was ist der aktuelle Stand?

Wie einleitend geschrieben befinden wir uns am Anfang der dritten Beteiligungsrunde. Die EU-Jugendkonferenz hat Anfang Oktober stattgefunden und die Ergebnisse wurden letzte Woche publiziert. Ich habe für Euch drei exemplarische Empfehlungen rausgesucht. Alle Ergebnisse findet Ihr hier.

 

Angst und Intoleranz überwinden – Vielfalt erleben
  1. Alle jungen Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, mit Jugendlichen in Kontakt zu treten, die einen anderen Lebenshintergrund und eine andere Lebensrealität haben. So können interkulturelle Kompetenzen gestärkt, Diskriminierung bekämpft, Einfühlungsvermögen und Zusammenhalt gefördert sowie die Vorteile einer vielfältigen Gesellschaft erlebt werden. Deshalb sollten die europäischen und nationalen Behörden die finanzielle und institutionelle Unterstützung von kommunalen und nationalen Austauschprogrammen verbessern.
  2. Damit alle jungen Menschen in einem vielfältigen Europa leben können, müssen die EU und die zuständigen nationalen Behörden Schulungs- und Förderprogramme für Lehrkräfte und Schulgemeinschaften entwickeln und zur Verfügung stellen. Auf diese Weise soll ein sicheres und inklusives Umfeld geschaffen werden, in dem junge Menschen die Fähigkeiten entwickeln können, Angst und Diskriminierung zu überwinden.

Gesellschaftliches Engagement junger Menschen fördern, insbesondere für schwächere Gruppen

  1. Bildungseinrichtungen und Entscheidungsträger*innen vor Ort sollten in Zusammenarbeit mit jungen Menschen individuelle Unterstützung und leicht zugängliche Angebote zur Verfügung stellen. Es müssen Räume für sinnvolle Kontakte geschaffen werden, in denen junge Menschen ihre eigene Identität und Wertschätzung entdecken und verinnerlichen können. Auf dieser Grundlage können junge Menschen mit verschiedenen Lebenshintergründen gegenseitiges Vertrauen aufbauen.
  2. Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass sich jeder junge Mensch unabhängig von seiner persönlichen und sozialen Lage gesellschaftlich engagieren kann, indem der Zugang dazu vereinfacht wird. Engagement, zum Beispiel in Jugendverbänden, sollte sichergestellt werden, um ein Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen und junge Menschen als Bürger*innen zu stärken.

Der Einfluss von Jugendarbeit und Jugendverbänden für alle jungen Mensche

  1. Die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission sollten eine Auswahl an virtuellen und physischen Räumen für qualifizierte Jugendarbeit fördern und unterstützen, um den Bedürfnissen und Interessen aller jungen Menschen Rechnung zu tragen.
  2. Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten sollten ausreichend finanzielle Mittel bereitstellen, damit Jugendarbeit und Jugendverbände nachhaltig Angebote umsetzen können, die für alle jungen Menschen zugänglich, relevant und bedeutsam sind.

 

Wozu seid Ihr so wichtig?

Wir brauchen Ideen um die Empfehlungen mit Leben zu füllen! Also was, denkt Ihr, braucht es, um die Empfehlungen umzusetzen? Habt Ihr gute Praxisbeispiele, die schon funktionieren? Hier ein paar Fragen an denen Ihr Euch entlanghangeln könnt:

  • Was soll getan werden?
  • Wie kann es getan werden?
  • Wie können wir dafür aktiv werden?
  • Wen müssen wir dafür ansprechen?
  • Können z.B. Schulen, lokale Jugendeinrichtungen, Behörden oder Politiker vor Ort etwas verändern?

Wenn Ihr tolle Ideen habt zu den vorgestellten Empfehlungen (natürlich auch gerne zu den anderen) oder auch nur Fragen, kontaktiert mich gerne unter tim-feiter@jdav-rlp-saar.de. Auch falls Ihr weiter über das Projekt auf dem Laufenden gehalten werden wollt, könnt Ihr auf mich zurückkommen.

Jetzt seid Ihr gefragt!

Tim Feiter
Landesjugendleiter Rheinland-Pfalz/Saarland und Multiplikator des strukturierten Dialogs

 

 

 

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